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Magnesiumbisglycinat, -citrat oder -oxid: Welche Form ist die richtige?

  • vor 4 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort: Eine für alle Menschen überlegene Magnesiumform gibt es nicht. Citrat ist im Vergleich zu Oxid recht gut untersucht; Oxid wird im Allgemeinen schlechter aufgenommen, enthält bezogen auf sein Gewicht jedoch viel elementares Magnesium. Bisglycinat kann besonders dann interessant sein, wenn die Verdauungsverträglichkeit eine wichtige Rolle spielt. Direkte, hochwertige Vergleiche bei gesunden Erwachsenen sind allerdings noch begrenzt. Entscheidend sind deshalb nicht ein Superlativ auf der Packung, sondern die tatsächlich zugeführte elementare Menge, die vollständige Zusammensetzung, die persönliche Verträglichkeit und die individuelle gesundheitliche Situation.

Drei Formen, ein Mineralstoff

In Nahrungsergänzungsmitteln liegt Magnesium nicht allein vor, sondern ist an einen weiteren Stoff gebunden. Bei Magnesiumcitrat ist dies Citronensäure, bei Magnesiumoxid Sauerstoff und bei Magnesiumbisglycinat sind es zwei Glycinmoleküle. Diese Verbindung beeinflusst unter anderem Löslichkeit, Anteil des elementaren Magnesiums und möglicherweise die Verträglichkeit. Die Bezeichnungen Glycinat, Bisglycinat und Diglycinat werden im Handel häufig ähnlich verwendet. Aussagekräftiger als der große Name auf der Vorderseite ist daher immer die vollständige Zutaten- und Nährwertangabe.

Elementares Magnesium: Auf diese Zahl kommt es an

Das Gewicht der gesamten Verbindung entspricht nicht der Menge an Magnesium, die sie liefert. Ein Präparat kann mehr als ein Gramm Magnesiumbisglycinat enthalten und dennoch nur einige hundert Milligramm elementares Magnesium bereitstellen. Für einen fairen Produktvergleich ist deshalb die elementare Menge pro empfohlener Tagesportion maßgeblich. Bei NovAging besteht diese Tagesportion aus zwei Kapseln: Sie enthält 1.420 mg Magnesiumbisglycinat und liefert daraus 320 mg elementares Magnesium, entsprechend 85 % des Nährstoffbezugswertes.

Was ist über die Aufnahme tatsächlich bekannt?

Die Löslichkeit ist ein wichtiger Faktor: Gut lösliche Verbindungen werden tendenziell besser aufgenommen. Die verfügbare Forschung spricht im Allgemeinen für eine bessere Bioverfügbarkeit von Citrat als von Oxid. Systematische Auswertungen kommen zudem zu dem Ergebnis, dass organische Magnesiumverbindungen insgesamt häufig besser verfügbar sind als anorganische. Die Studien unterscheiden sich jedoch deutlich bei Dosierung, Messmethode, Ernährung und untersuchten Personengruppen. Feste Prozentangaben zur Aufnahme, die unterschiedslos für jedes Produkt und jeden Menschen gelten sollen, sind daher nicht seriös.

Der besondere Fall Magnesiumbisglycinat

Bisglycinat wird oft als grundsätzlich weit überlegen beworben. Die direkten Daten sind differenzierter. In einer kleinen Cross-over-Studie mit zwölf Menschen nach einer Darmresektion war die durchschnittliche Aufnahme von Magnesiumdiglycinat und Magnesiumoxid insgesamt nahezu gleich. Einen Vorteil zeigte das Chelat vor allem bei vier Teilnehmenden, die Oxid besonders schlecht aufnahmen; außerdem wurde es besser vertragen. Das ist ein interessantes Signal, aber weder die geringe Teilnehmerzahl noch diese spezielle medizinische Situation erlauben die Aussage, Bisglycinat werde bei allen gesunden Erwachsenen doppelt so gut aufgenommen.

Aufnahme und Verträglichkeit sind nicht dasselbe

Eine theoretisch gut verfügbare Form hilft wenig, wenn sie nicht regelmäßig eingenommen werden kann. Zusätzliches Magnesium kann unabhängig von der Verbindung Durchfall, Übelkeit oder Bauchkrämpfe auslösen, besonders bei höheren Mengen. Magnesiumoxid wird auch wegen seiner abführenden Wirkung eingesetzt. Bisglycinat wird von empfindlichen Personen häufig bevorzugt, garantiert aber keine völlig beschwerdefreie Einnahme. Relevant sind neben der Form auch Tagesmenge, Einnahmerhythmus und persönliche Empfindlichkeit. Bei Beschwerden sollte die Einnahme nicht einfach unverändert fortgesetzt werden.

Die drei Formen im praktischen Vergleich

  • Bisglycinat: organische Chelatverbindung, die wegen ihrer möglichen Verträglichkeit geschätzt wird; robuste Direktvergleiche bei gesunden Erwachsenen sind noch selten.

  • Citrat: gut lösliche organische Verbindung mit vergleichsweise solider Dokumentation gegenüber Oxid; bei empfindlichen Menschen kann auch Citrat den Stuhlgang beschleunigen.

  • Oxid: hoher Anteil an elementarem Magnesium und häufig günstiger Preis, aber im Allgemeinen geringere Löslichkeit und Aufnahme.

  • Keine Form gleicht automatisch eine unausgewogene Ernährung aus oder wirkt unabhängig von Dosis, Regelmäßigkeit und gesundheitlichem Kontext.

So wählen Sie ohne Marketing-Abkürzungen

Prüfen Sie zuerst die Menge an elementarem Magnesium pro Tagesportion und danach, wie viele Kapseln dafür nötig sind. Sehen Sie nach, ob mehrere Magnesiumsalze kombiniert und ihre jeweiligen Mengen offengelegt werden. Ein als „gepuffertes Bisglycinat“ bezeichnetes Produkt kann zusätzlich Oxid enthalten. Das ist nicht automatisch schlecht, sollte aber transparent erkennbar sein. Auch zulässige Aussagen wie „trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“ beschreiben die allgemein anerkannte Funktion des Nährstoffs. Sie bedeuten nicht, dass das konkrete Produkt Krämpfe, Müdigkeit oder eine Erkrankung behandelt.

Die NovAging-Formel sachlich eingeordnet

Laut Verzehrempfehlung werden abends zwei Kapseln mit Wasser eingenommen. Diese Portion enthält 1.420 mg Magnesiumbisglycinat, daraus 320 mg elementares Magnesium, außerdem 100 mg Taurin und 1,5 mg Vitamin B6. Eine Dose umfasst 120 vegane Kapseln und reicht bei dieser Anwendung für 60 Tage. Damit lässt sich die Formel präzise vergleichen. Die Angaben belegen jedoch nicht, dass sie für jede Person geeigneter ist als Citrat, Oxid oder eine andere Magnesiumverbindung.

Vorsicht und mögliche Wechselwirkungen

Die Formel liefert täglich 320 mg elementares Magnesium. Die EFSA legt für leicht dissoziierbares Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln eine tolerierbare Höchstaufnahmemenge von 250 mg/Tag fest, hauptsächlich wegen des Durchfallrisikos; natürlich in Lebensmitteln enthaltenes Magnesium ist davon ausgenommen. Die 320 mg der Formel sind daher nicht als anzustrebendes Ziel zu verstehen. Kombinieren Sie das Produkt nicht unkontrolliert mit weiteren Magnesiumpräparaten und holen Sie bei empfindlicher Verdauung oder eingeschränkter Nierenfunktion fachlichen Rat ein. Magnesium kann außerdem die Aufnahme bestimmter Antibiotika vermindern, insbesondere von Tetracyclinen und Chinolonen. Üblicherweise wird das Antibiotikum mindestens zwei Stunden vorher oder vier bis sechs Stunden nachher eingenommen. Orale Bisphosphonate sollten mindestens zwei Stunden Abstand haben. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, chronischen Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist ärztlicher oder pharmazeutischer Rat sinnvoll. Wer mehrere Präparate kombiniert, sollte auch die gesamte Vitamin-B6-Zufuhr prüfen.

Häufige Fragen

Sind Glycinat und Bisglycinat dasselbe?

Im Sprachgebrauch der Nahrungsergänzungsmittel werden beide Begriffe oft synonym genutzt. Bisglycinat beschreibt genauer eine Bindung des Magnesiums an zwei Glycinmoleküle. Entscheidend bleiben die Zutatenliste und die elementare Magnesiummenge.

Wird Bisglycinat immer besser aufgenommen als Citrat?

Nein. Beide zählen zu den organischen Formen, doch die Forschung belegt keine allgemeingültige Überlegenheit von Bisglycinat. Für Citrat liegen mehr veröffentlichte Vergleiche vor, vor allem gegenüber Oxid.

Warum enthält Magnesiumoxid oft mehr elementares Magnesium?

Oxid besitzt gewichtsmäßig einen hohen Magnesiumanteil. Eine größere Zahl auf dem Etikett sagt aber noch nicht aus, dass der Körper davon im gleichen Verhältnis mehr aufnimmt.

Verhindert Bisglycinat Durchfall?

Manche Menschen vertragen es besser, doch keine Magnesiumform schließt Verdauungsbeschwerden vollständig aus. Die zugeführte Menge und die individuelle Empfindlichkeit sind ebenfalls entscheidend.

Kann ich die Magnesiumform ohne ärztlichen Rat wechseln?

Gesunde Erwachsene können übliche Präparate anhand des Etiketts vergleichen. Bei anhaltenden Beschwerden, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sollte die Entscheidung jedoch mit einer Fachperson abgestimmt werden.

Redaktionelle Methodik

Artikel aktualisiert am 4. September 2026. Die Bewertung trennt Daten zur Bioverfügbarkeit, zugelassene Nährstofffunktionen und produktspezifische Angaben voneinander. Ergebnisse aus kleinen oder besonderen Patientengruppen werden nicht pauschal auf alle Erwachsenen übertragen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine Diagnose noch eine persönliche medizinische Beratung.

 
 
 

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